13.11.2025
Erste Tagung der Exzellenzregion Nachhaltiges Bauen: 170 Teilnehmende beim Branchentreff
„Zukunft gestalten – ressourcenschonend, zirkulär, vernetzt“: Positive Beispiele für Kommunen gefordert / Strukturwandelprojekt von Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler, Stadt Mönchengladbach und FH Aachen / www.exzellenzregion-nachhaltiges-bauen.de

170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bauwirtschaft, Wissenschaft, Kommunen sowie von Verbänden sind in Mönchengladbach zusammengekommen, um innovative Wege für nachhaltiges und zirkuläres Bauen zu diskutieren und gemeinsam neue Impulse für die Region zu setzen. Die erste Fachkonferenz des Strukturwandelprojektes „Exzellenzregion Nachhaltiges Bauen“ stand ganz im Zeichen des Wandels im Rheinischen Revier: Mit dem Kohleausstieg beginnt eine neue Ära, in der Klimaschutz, Ressourcenschonung und damit auch nachhaltige Bauweisen eine zentrale Rolle spielen.
Große Bedeutung für Kreislaufwirtschaft in der Baubranche
Staatssekretär Viktor Haase vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen sagte zur Eröffnung der Konferenz: „Kreislaufwirtschaft ist genauso entscheidend für unsere Zukunft wie der Klimaschutz. Gerade im Rheinischen Revier ist sie ein zentraler Baustein des Strukturwandels. Die Bauwirtschaft und das Projekt ‚Exzellenzregion Nachhaltiges Bauen‘ können hier durch Praxisbeispiele zeigen, wie Ressourcen geschont und Wertschöpfung neu gedacht wird.“

Das Thema des laufenden Strukturwandels in der Region griff Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs auf: „Der Strukturwandel im Rheinischen Revier ist ein dauerhafter Prozess, der weit über einzelne Kommunen hinausgeht. Wirklich erfolgreich wird er, wenn wir Megatrends wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und nachhaltiges Bauen als Chancen nutzen – für eine zukunftsfähige, lebenswerte Region.“
Als „Herkulesaufgabe“ bezeichnete der Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, Bodo Middeldorf, den Kohleausstieg. Er betonte: „Diese große Herausforderung darf nicht dazu führen, dass wir im Rheinischen Revier uns nur mit uns selbst beschäftigen. Wir wollen vielmehr Vorreiter für andere sein und ein Zeichen für Zirkularität und Klimaschutz in der Wirtschaft setzen, das über die Grenzen der Region hinausgeht. Dazu leistet das Projekt für eine Exzellenzregion Nachhaltiges Bauen einen wertvollen Beitrag.“
In seiner Keynote zum Thema „Die Zukunft des Bauens“ schilderte Prof. Dr. Werner Sobek seine Kernforderungen für die Transformation der Bauwirtschaft: Reduktion von Emissionen aus Bau und Betrieb, energetische Sanierung auf bezahlbarem Niveau sowie kreislaufgerechtes Bauen.
Gute Beispiele für Umsetzung gefordert
Auf die besondere Situation der Kommunen verwies Volker Mielchen, Geschäftsführer des Zweckverbands LANDFOLGE Garzweiler. Da sich die Kommunen derzeit in einer schwierigen Phase mit großen finanziellen Herausforderungen und gleichzeitig wachsenden Anforderungen befänden, benötigten sie politische Rahmenbedingungen, um mehr Nachhaltigkeit im Bausektor umzusetzen. Gleichzeitig sei es erforderlich, mit positiven Beispielen zu zeigen, was trotzdem praktisch möglich ist. Dazu solle das Projekt Exzellenzregion Nachhaltiges Bauen beitragen. Vier Impulsbauten für den öffentlichen Sektor sollen als Leuchttürme Innovation und Nachhaltigkeit in Exzellenz verbinden. Fachlich unterstützt wird dieser Prozess von dem Planungsbüro Werner Sobek Green Technologies GmbH. Zudem sei der Aufbau einer Kompetenzagentur zum Thema vorgesehen.

Zahlreiche renommierte Expert*innen aus Forschung und Praxis, darunter Prof. Annette Hillebrandt (Bergische Universität Wuppertal), Prof. Tersluisen (TU Berlin, ee concept GmbH), Prof. Dr. Teuffel (CIRCULAR STRUCTURAL DESIGN, SRH Hochschule Berlin), Auftraggebende wie Jörg Papenkort (Kreis Viersen), und Karolin Maucher und Mehmet Congara (P+B Group), Planende wie Jasna Moritz (kadawittfeldarchitektur) und Bernadette Heiermann (HEIERMANN Architekten) und Baustoffhersteller wie Markus Steppler (DERIX-Gruppe) und Maximilian Breidenbach (ClayTec) trugen zu der gelungenen Veranstaltung bei und ermöglichten den Teilnehmenden einen umfassenden Überblick über die aktuellen Chancen des nachhaltigen, kreislaufgerechten Bauens. Dr. Stefanie Weidner, Vorständin für Nachhaltigkeit der Werner Sobek AG, führte als Moderatorin durch den Tag.

