Fachexkursion „Nieuw Land“

Fachexkursion „Nieuw Land“
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Fachexkursion „Nieuw Land“

 

Besichtigung besonderer Städtebau- und Landschaftsprojekte in den Niederlanden

Die Gestaltung der Folgenlandschaften für den Tagebau Garzweiler ist eine herausfordernde Aufgabe für die gesamte Region. Fachleute und Entscheider der Anrainerkommunen des Tagebaus Garzweiler nutzten im Rahmen einer mehrtägigen Fachexkursion die Gelegenheit, besondere städtebauliche und Landschaftsprojekte in den Niederlanden näher kennenzulernen. Der Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler organisierte den Austausch. Die Fachexkursion führte in die Provinz Flevoland, bestehend aus verschiedenen Poldergebieten, die in den vergangenen 80 Jahren als neues Land entstanden sind.

Stadt, Land, Natur, Infrastruktur: neu gestaltet seit 80 Jahren
Der Hauptteil des Poldergebietes wird landwirtschaftlich genutzt, allerdings befinden sich auch bedeutende Naturschutzgebiete wie der Oostvaarderplassen in der Provinz Flevoland. Neben diesem Schutzgebiet mit seinen Besucherzentren lernten die teilnehmenden Fachleute aus Erkelenz, Grevenbroich, Jüchen, Mönchengladbach, Titz sowie von der Tagebaubetreiberin RWE den einzigartigen Park Waterloopbos kennen: Auf diesem Gelände wurden über Jahrzehnte wassertechnische Simulationen vorgenommen, die heute längst am Computer vollzogen werden. Inzwischen ist das Gelände touristisch erschlossen und doch der Natur überlassen. Die Erfahrungen sind insbesondere für das Leitprojekt „Grünes Band Garzweiler“ von Interesse.

Bedingungen für Leuchtturmprojekte schaffen
Im südlichen Flevoland befindet sich mit Almere zudem die achtgrößte Stadt der Niederlande – seit 1975 neu entstanden und nur 25 Kilometer von Amsterdam entfernt. Almere ist 2022 Gastgeberin der internationalen Gartenbauausstellung „Floriade Expo 2022“, die vergleichbar mit der Bundesgartenschau in Deutschland ist. Beim Besuch der Floriade ließen sich die Fachleute wesentliche Punkte in der Planung und Umsetzung eines solchen, für die gastgebende Stadt herausragenden Projekts erläutern.

Eine wesentliche Erkenntnis der Floriade-„Macher“: Ein solches Leuchtturmprojekt kann für die gesamte Region erheblich und über die reine Veranstaltungsdauer hinaus wirken, wenn es von vornherein als langfristiges Projekt geplant und angelegt wird. Die Floriade selbst dauert sechs Monate, die Entwicklung des gesamten Geländes für die Stadt geht danach jedoch weiter.

Wandel in der Infrastruktur gestalten
Die Umsetzung neuer, geeigneter Verkehrsinfrastruktur bildet einen weiteren wichtigen Aspekt bei den Planungen für die Folgelandschaften des Tagebaus Garzweiler. Wie Radverkehr über Jahrzehnte konsequent gefördert werden kann, erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Stadtrundgang durch Nimwegen. Die 170.000 Einwohner zählende Stadt hat über mehrere Jahrzehnte einen Wandel hin zum Verkehrsmittel Rad betrieben; privat und beruflich spielt die Nutzung des Rades eine herausragende Rolle im Alltag. Am Bahnhof befindet sich beispielsweise ein sehr gut ausgelastetes, kostenfreies Parkhaus für Fahrräder, das sich als Angebot insbesondere für Pendler eignet. Auch das Verkehrswegenetz in Nimwegen ist für den Radverkehr optimiert, bis hin zum Bau von Radschnellwegen. So verbindet die über 17 Kilometer lange Schnellverbindung „Rijnwaalpad“ Nimwegen mit dem benachbarten Arnheim.

 

von links: Ribanna Hickmann (RWE), Birgit Göbbels (Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler), Jan Martin von der Heide (Stadt Jüchen), Ansgar Lurweg (Stadt Erkelenz), Dr. Gregor Bonin (Stadtdirektor Stadt Mönchengladbach & Verbandsvorsteher), Harald Zillikens (Bürgermeister Stadt Jüchen), Jürgen Frantzen (Bürgermeister Landgemeinde Titz), Christian Moede (Stadt Grevenbroich), Jens Simon (Landgemeinde Titz), Ivonne Thissen (Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler), Jörg Meyer zu Altenschildesche (Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler), Volker Mielchen (Geschäftsführer Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler), Barbara Weinthal (Stadt Mönchengladbach), Marja Vogtel (Stadt Mönchengladbach), Stephan Muckel (Bürgermeister Stadt Erkelenz)

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